Kapitel Neun: Gegenüberstellung

Thomas und Ingrid brauchten einige Zeit, die überflüssigen Informationen vom Clenins Gespräch zu verdauen. Sie guckten einander an und stumm fanden sie aus, dass sie die ganze Zeit eine falsche Person als Ziel nahmen. Der Füller gehörte Keller wirklich nicht und Ulrich war damals ehrlich mit ihnen gewesen. Der Verdächtige wurde nie gefunden, weil der Verdächtige der Sachbearbeiter war.

Wenn der ganze Plan seit Anfang falsch gewesen ist und so viele Fehler schon gemacht wurden, ist es egal, ob sie an die Geschichten von Clenin glauben sollten. Sie wollten es doch nicht glauben, dass so viele Unschuldige von ihnen gemordet wurden.
Jetzt ist es das Wichtigste, ihre eigenes Leben zu bewahren. Die Geschwister zweifelten, aber das Zögern dauerte nur Sekunden. Bald verschwand das sympathische Gefühl und sie waren noch mal ressentimentgeladen. Der Mann, der vor ihnen stand, verbrannte ihre Familienschuhmacherei verbrannt und verurteilte die Bemühung ihrer Vorfahren!  Ohne Worte waren Thomas und Ingrid damit einverstanden. Sie wandten sich noch mal zu Clenin.

Clenin richtete seine Pistole auf Ingrid statt Thomas: “Ihr habt meinen geliebte Keller gemordet. Ich will dich das Gleiche…“ Thomas fühlte sich schrecklich bedroht und ließ Clenin, sein ewig dauertendes Gespräch nicht zum Ende bringen. Er weigerte sich, mehr zu denken und feuerte ab.

Die Kugel flog in die Richtung der Brust von Clenin und Clenin feuerte fast zur gleichen Zeit seine Pistole ab, als er das Geräusch des Abfeuern hörte und die Ankunft der Kugeln erwartete.

Clenin und Ulrich fielen simultan zu Boden. Die Kugeln waren nirgendwo zu finden und ließen hinter eine runde Spur auf Clenins Brust. Ulrich reagierte sehr schnell und war nur oberflächlich verletzt.

Thomas warf die Pistole auf den Boden und erreichte seine Schwester, als er den Fall Clenins sah. Er schaute die Wunde an und die Geschwister guckten einander in die Augen an.

„Du hast es geschafft.“, sagte die erschrockene Ingrid schwach.
„Wir sollen so schnell wie möglich nach Hause.“, antwortete Thomas.
„Was machen wir danach? Was sollen wir mit der Leiche tun?“ Ingrid schien besorgt.
Plötzlich hören sie das Martin-Horn von weit weg. Thomas half seiner Schwestern beim Stehen, „Wir haben keine Zeit mehr. Komm. Wir müssen los.“

Sie gingen in das Auto hinein und fuhren sofort ab.

Die Polizisten kamen an und rannten aus den Autos, um nach dem liegenden Clenin zu sehen. Als sie die Leiche untersuchten, bewegte fast unmerklich Clenin sich sein Finger. Dann bewegte sich die Lippe…

Clenin trug eine Flakweste…

Fortsetzung folgt…

der Sachbearbeiter = case officer
ressentimentgeladen = full of resentment
verurteilen = condemn
die Kugel = bullet
oberflächlich = superficially
nachsehen = check on
die Flakweste = flak jacket

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